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| Traditionelle Kampfkunst für Körper und Geist Abteilung des Karate-Dojo-Freising e.V. |
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Geschichte des Kobujutsu / KobudoFür Kobujutsu / Kobudo gibt es drei verschiedene Arten es zu übersetzen. Zum einen als die „alte Kriegskunst“ womit auf die frühen Anfänge verwiesen wird. Es kann auch als die „niedrige Kriegskunst“ übersetzt werden, da es vom einfachen Volk betrieben wurde während der Adel seine eigenen Richtungen und Stile entwickelte und als letzte Möglichkeit kann man es als die „kleine Kriegskunst“ übersetzen da es sich um einfaches Waffenhandwerk handelt. Im Gegensatz zum Shinbujutsu welches als die „große Kriegskunst“ Taktik, Strategie, Heerführung aber auch Festungsbau und Belagerung mit einschloss. Zutreffend sind alle Übersetzungen gleichermaßen. Dies zeigt sich auch deutlich in der Geschichte dieser faszinierenden Kampfkunst welche eng mit der Geschichte der Ryukyu-Inseln und seiner Bevölkerung verknüpft ist. Das Kobujutsu / Kobudo wie es bei uns unterrichtet wird stammt von den Ryu Kyu Inseln welche südlich von Japan im Ostchinesischen Meer liegen. Heute sind sie unter Nansei-Inseln bekannt. Die Inselgruppe erstreckt sich von Taiwan im Süden bis Japan im Norden und hat Okinawa als Hauptinsel. ![]() ![]()
Etwa 6000 v. Chr. begann die Besiedlung der südlichen Inselgruppe über Taiwan und um 2000 v. Chr. der nördlichen und mittleren Inseln von Kyushu, einer der japanischen Hauptinseln her. Ab etwa 250 v. Chr. fanden mehrere Besuche und Expeditionen von China und Japan ihren Weg zu den Inseln bis sie 698 n. Chr. von Japan annektiert wurden. Durch politische Umwälzungen in China kam es zu einer Verschiebung der Handelsrouten zwischen China und Japan, die vorher über Korea liefen, nach Süden über die Ryukyu-Inseln. In dieser Zeit kamen auf diesem Weg viele Einflüsse aus China auf die Inseln und mit ihnen Mönche, Siedler, Gelehrte, Offiziere und viele andere welche in dieser Zeit die Grundlagen für die verschiedenen bewaffneten und unbewaffneten Kampfkünste legten. Hier kam insbesondere der Einfluss des Shaolin Kung Fu zum tragen. Zu dieser Zeit war noch das primäre Ziel eine Bedrohung, sei es durch Räuber oder im Krieg zu überleben. Der „Weg“ war zu dieser Zeit nur den Mönchen vorbehalten. Im Allgemeinen dürfe es sich damals auch nur um rudimentäre Vorläufer dessen gehandelt haben was wir heute kennen. Direkte Zeugnisse und Quellen sind nach meinem Kenntnisstand nicht überliefert.
![]() Sein Höchster direkter Schüler wiederum war Motokatsu Inoue. Sein erster Lehrer war der Leibwächter seines Vaters Seiko Fujita. Er unterrichtete ihn in Koga-Ryu Ninjutsu. Später lernte er Kendo und Karate bei Yasuhiro Konishi und anschließend ging er bei Taira Shinken in die Lehre. Da sich die Lehrer dieser Zeit untereinander kannten kam er über Kishomaru Uieshiba und Gozo Shioda in Kontakt mit Aikido und war ein Freund von Hironori Othsuka dem Begründer des Wado Ryu Karate. Über all diese Einflüsse ist es nun die Aufgabe des Ryu Kyu Kobujutsu Hozon Shinko Kai neben den 42 Waffenkata auch 80 Karate-Kata zu erhalten und zu verbreiten.
Sein Sohn Kisho Inoue ist heute der Präsident dieser Organisation welche wiederum Mitglied im „Nihon Kobudo Shinko Kai“ und Nihon Kobudo Kyokai“ ist. Mittlerweile ist diese Gesellschaft weltweit vertreten mit Niederlassungen u.a. in Südafrika, Finnland, England, Kanada, Schweden, Sri Lanka, Belgien und Holland.
Seit 2003 ist Deutschland auch offiziell eine Zweigstelle davon. Unsere Trainer sind Wim van der Leur und Rob Zwartijes (beide jeweils 6. Dan Ryukyu Kobujutsu) in Holland das weltweit das einzige Land mit zwei Großmeistern dieses Stils ist.
Kobujutsu / Kobudo kennt keinen sportlichen Wettkampf. Da in der heutigen Zeit der kriegerische Hintergrund nicht mehr gegeben ist hat es sich so zu einem Weg entwickelt geistige und körperliche Kontrolle über sich selbst zu erringen. Um mit dem Worten von Kisho Inoue zu sprechen: „Das ultimative Ziel des Kobujutsu / Kobudo ist es reine Selbstkontrolle zu erreichen. Auf diesem Weg werden wir durch andauerndes Training die Prinzipien und die Kunst des Lebens finden und mit dem Selbstvertrauen und der Überzeugung welche wir durch das Training erlangt haben, können wir dazu beitragen, dass Vertrauen und gegenseitiger Respekt in der Gesellschaft Fuß fassen können. Hinsichtlich der Kunst, sollen wir Kobujutsu / Kobudo lernen und versuchen seine Seele mit unermüdlichem Eifer und Aufrichtigkeit durch Ausgewogenheit von Theorie und Praxis zu erfassen, ohne Vorurteile und ohne Diskriminierung.“
Anmerkung: Leider ist es relativ schwierig aus den verschiedenen Quellen eine einheitliche Geschichte des Kobudo, genauso wie die des Karate zusammen zu stellen. Das Problem ist nicht nur die Vielzahl an Quellen die verschieden interpretiert und übersetzt wurden sondern auch die in der Geschichte verbreitete Veränderung von Tatsachen um bestimmte Personen oder Ereignisse in ein gutes Licht zu rücken. Hier ist es oft nicht möglich Legende von Historie deutlich zu unterscheiden. Ich habe mich deswegen dazu entschlossen die gemeinsamen Punkte aus verschiedenen Quellen zu verwenden und mich auf das Wesentliche zu beschränken. Auf eine Quellenangabe muss leider verzichtet werden da es sich um zu viele verschiedene oft aus Drittquellen über einen längeren Zeitraum zusammengetragene Informationen handelt. Das Grundkonzept des geschichtlichen Abrisses stammt von Herrn Klaus-Ulrich Oblinger Sollte sich ein Leser daran stören, dass ich Teile seines Artikels verwendet habe möge er mich bitte kontaktieren. |
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