Ryukyu Kobujutsu (Kobudo) Deutschland
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Ryukyu Kobujutsu (Kobudo) Deutschland
Traditionelle Kampfkunst für Körper und Geist
Abteilung des Karate-Dojo-Freising e.V.
Ryukyu Kobujutsu (Kobudo) Deutschland

Bo

Der Holzstock, in Japan Bo, auf okinawesisch Kon genannt, ist die wohl ursprünglichste Waffe der Menschheit. Die ersten systematischen Versuche eine Stange als Waffe zu verwenden reichen im asiatischen Raum bis etwa 500 nach Christus zurück. Die Ursprünge liegen wohl viel weiter in der Vergangenheit.
Bei Bo handelt es sich eigentlich um eine ganze Klasse von Waffen.
Unter dem Namen Bo versteht man aber üblicherweise den Rokushakubo (6 Fuß-Stock = 182 cm lang). Ein Shaku entspricht in etwa einem amerikanischen Fuß, also etwas über 30 cm. Normalerweise sollte er mindestens eine Faustbreit länger sein als sein Benutzer. (Auf Kata-Shiai sind allerdings 182 cm und mindestens 900 g Gewicht vorgeschrieben.) Man kann auch noch  zwischen japanischem und okinawesischem Bo unterscheiden. Auf Okinawa wurden meist Bo verwendet die an den Enden verjüngt waren, während in Japan gerade Bo bevorzugt wurden. Während der japanische leichter durch die Hand gleiten kann, kann der okinawesische durch das geringere Gewicht an den Enden besser beschleunigt werden. Das Gewicht ist wiederum stark vom Material abhängig. Am häufigsten handelt es sich um Rot- oder Weißeiche. Es wurden früher auch Bo aus Eisen (Tetsubo) oder Bambus (Takebo) verwendet. Heute sind auch Modelle aus Aluminium in Gebrauch.
Der Bo stellt die erste, wichtigste und grundlegende Waffe im Ryukyu Kobujutsu dar. Allein auf den Bo entfallen 19 von 42 Kobujutsu-Kata. Dann jeweils eine für Hanbo, Ekku und Kyushakubo. Obwohl es eine sehr einfache Waffe ist darf man die Schwierigkeiten aber auch das Potential nicht unterschätzen. Der Bo war während der Zeit des Waffenverbotes von den Besatzungstruppen so gefürchtet, dass der Besitz eines Bo in Verbindung mit verkrüppelten Händen die auf ein Makiwara-Training schließen ließen bereits Grund für die Todesstrafe darstellen konnte. Als Gehstock, Tragehilfe oder ähnliches war der Bo auch „getarnt“ leicht zur Hand und konnte unauffällig mitgeführt werden. Seine Hauptformen sind rund, vier-, sechs-, und achteckig.
Die vernichtende Wirkung des Bo ergibt sich aus der Art wie Hebelkräfte und Körperbewegung mit dem Schwung zusammenspielen. Das Bo-System ist ein künstliches welches an das Schwert erinnert und ist mit unbewaffneten Techniken nicht direkt vergleichbar. Nichts desto trotz heißt es in China, dass man im Stock das Verständnis für jede Art von Kampfkunst finden kann. Insgesamt gibt es etwa 360 verschiedene Arten seiner Anwendung (nach Georg Stiebler). Mit dem Bo werden grundlegende Prinzipien wie Tai Sabaki  (Körperbewegung) und Maai (Richtige Distanz) vermittelt und der Körper, speziell die Schultern und Handgelenke, werden auf die nächsten Waffen vorbereitet. Im Allgemeinen wird der Bo in seiner Länge durch die Hände gedrittelt. Im Laufe der Zeit lockert sich dieses Prinzip aber etwas um das gesamte Potential und seine Reichweite auszuschöpfen.
Ein weiterer bekannter Vertreter dieser Klasse ist der Hanbo (oder Sanchakubo) mit 91 cm Länge. Seine Techniken beruhen auf den vielseitigen Einsatzmöglichkeiten für Schläge, Würfe, Hebel und anderem. Die Wirkung erzielt er durch den ungeheuren Schwungmoment.
Es gibt neben der kurzen Variante noch zwei längere. Den Hachichakubo (243 cm) und den Kyushakubo
(273 cm). In unserem System wird nur der Kyuchakubo von den Shihan (Großmeistern) geführt.
Ein vierter Vertreter dieser Klasse welcher bei uns Verwendung findet ist das Ekku, Oar, Kai oder Sunakake-Bo. Hierbei handelt es sich um eine rein okinawesische Waffe welche von den Fischern verwendet wurde. Das Ekku ist ein Paddel mit dem typischen langen Blatt. Die Gesamtlänge sollte etwa die Größe seines Trägers sein. Das Blatt besitzt 3 verschiedene Seiten, ein breite abgerundete, eine breite mit einer Kante in der Mitte und die beiden schmalen Seiten. Dies verlangt eine ausgezeichnete Koordination der Handgelenksdrehung. In seiner verheerenden Wirkung braucht das Ekku hinter dem Schwert nicht zurück stehen. Außerdem gibt es einige Techniken in denen das Blatt verwendet wird um dem Gegner Sand entgegen zu schleudern.
Neben diesen in unserem System geführten Bo gibt es noch weitere Varianten, die der Vollständigkeit halber erwähnt werden sollten.
Zum einen der Jo (121 cm lang). Er wird im Aikido und manchen Iaido-Stilen verwendet.
Der Tanbo mit 60 cm Länge wird in manchen Jujutsu-Stilen verwendet. Er wird meistes paarweise geführt.
Eine weitere rein okinawesische Waffe der Fischer stellt der Nunti-Bo dar. Er ist etwa 206 cm lang. Es handelt sich hierbei um einen Bo mit einer Nunti-Sai (à Sai) an der Spitze. Ursprünglich dazu verwandt um Fischernetze und große Fische aus dem Wasser zu ziehen, hat er alle Vorteile die ein Speer auch hat.
Ein sehr interessanter Vertreter ist auch Kue (oder Kuwa). Es handelt sich hierbei um eine Hacke. Mit dem Blatt können neben Block- und Angriffstechniken auch Techniken angebracht werden die dem Gegner Sand in die Augen schleudern.
Als kleine Version gibt es zuletzt noch den Tessen. Ihn gibt es in zwei Varianten. Zum einen einen etwa 1 cm dicken, etwa 30 cm langen Stab. Meist mit vier, sechs oder acht Kanten, seltener auch rund oder einen an einer Schnur um den Finger getragenen etwa handbreiten, 2 cm dicken Holzstab. Mit dem Tessen lassen sich viele schmerzhafte Griffe, Hebel und Angriffe auf vitale Punkte durchführen. Seine Verwendung geht aber wieder Richtung Karate und Tekko.
Manchmal werden in diese Kategorie der Stangenwaffen noch die Hellebarden Naginata und Hoko (210 cm), der Speer Yari (250 cm) und ähnliche mit aufgenommen. Hierbei handelt es sich zwar um Waffen desselben Typs, sie wurden aber ausschließlich von Fußsoldaten (Ashi garu) und den Samurai getragen und verwendet.

Bo
Ekku
Nunti Bo
Tessen mit Schlaufe
Tessen
Kue
Naginata

Die 22 Kata des Bo

  • Shuji no Kon(Sho)
  • Shuji no Kon(Dai)
  • Shuji no Kon(Koshiki=Old style)
  • Sakugawa no Kon(Sho)
  • Sakugawa no Kon(Chu)
  • Sakugawa no Kon(Dai)
  • Soeishi no Kon(Sho)
  • Soeishi no Kon(Dai)
  • Sueyoshi no Kon
  • Urasoe no Kon
  • Sesoko no Kon
  • Kongo no Kon
  • Shirotaru no Kon(Sho)
  • Shirotaru no Kon(Dai)
  • Chatanyara no Kon
  • Yonekawa no Kon
  • Tukenbo
  • Shoun no Kon
  • Chinenshichanaka no Kon
  • Tsukensunakake no Kon (mit Ekku)
  • Sanjakubo (mit HanBo)
  • Kyushakubo (mit KyushakoBo)
Rub: Kobujutsu Rückblick

Rückblick: Kobujutsu Lehrgang Puchheim November 2010

Am 13.11.2010 fand in Puchheim zum ersten Mal ein Kobujutsu Lehrgang statt. Gern möchten wir hier...


Rub: Kobujutsu Rückblick

Rückblick: Lehrgang und Dan-Prüfung

vom 20. Februar in Nürnberg


Rub: Kobujutsu Rückblick

LG Bericht Kobudo 26. 9. 2009

Kobudo-Lehrgang im Dojo Neufahrn

Kobudo-Lehrgang im Dojo Neufahrn


Rub: Kobujutsu Rückblick

LG Bericht Kobudo 26./27. 9. 2009

LG Bericht Kobudo 26./27. 2009

TV 1894 Schwalbach Abt.Wado-Ryu-Karate


Rub: Kobujutsu Rückblick

Artikel über Kobudo im DKV-Magazin 5 2008

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Provokation als Taktik


Rub: Kobujutsu Rückblick

Artikel über Kobudo Abteilung des Karate-Dojo Freising

Süddeutsche Zeitung vom 29.7.2009

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Rub: Verein Rückblick

Jubiläum Karate-Dojo Freising - Dokumentation

Jubiläum Karate-Dojo Freising - Dokumentation

40-Jahrfeier Karate-Dojo Freising und 5-Jahrfeier Sparte Tai Chi


Rub: Verein Rückblick

40-Jahrfeier Karate-Dojo Freising - Presse

40-Jahrfeier Karate-Dojo Freising - Presse

Artikel der Presse über das Jubiläum vom 11.7.2009


Rub: Kobujutsu Rückblick

Bericht Kobudo Lehrgang 12.5.09

Ismaning 10.5.09

Budo-Club Ismaning e.V., Abteilung Kempo-Karate


Rub: Kobujutsu Rückblick

Lehrgangsbericht Kobudo

Kobudo-Lehrgang in Traben-Trarbach 17. bis 18. Januar 2009

Kobudo-Lehrgang in Traben-Trarbach 17. bis 18. Januar 2009



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